Textilien, Stoffe und Tücher
Im späten Paläolithikum, vor etwa 30 000 bis 40 000 Jahren, entdeckte der prähistorische Mensch, dass er aus Pflanzenstängeln lange, stabile Schnüre herstellen konnte. Daraus machte er grobe Schurze und Hüte, die frühesten erkennbaren Formen von Kleidung auf der Grundlage von Fasern. Stoffe, Tücher und Textilien wurden im Laufe der Zeit schon auf verschiedenste Weise bearbeitet und haltbar gemacht. In vielen Gegenden unseres Globus gibt es lebendige Bekleidungstraditionen von früher auch heute noch.
Entwicklung der Textilien, Stoffe und Tücher
Die Geschichte der Welt besteht aus ständiger Migration und ständigem Austausch. Es ist daher nicht erstaunlich, dass man Einflüsse von Kultur zu Kultur verfolgen kann. Jede Region hat ihren eigenen historischen Hintergrund, auch durch die Vermischung der Bevölkerung. Invasoren, Siedler und Händler hatten Einfluss auf die Kleidung und unterschiedliche Verzierungsformen. Bekleidungsarten entwickelten sich auch infolge von Geländeformen und Klima der unterschiedlichen Regionen. Von den staubigen, dürren Bedingungen der Arabischen Halbinsel bis zu den Graslandschaften der mongolischen Steppen und amerikanischen Prärien, von den Eiswüsten der Arktis bis zu den tropischen Regenwäldern Amazoniens – immer haben Menschen geniale Möglichkeiten zur Herstellung von Kleidung gefunden, die zu den Anforderungen ihrer jeweiligen Umwelt passte.Religiöse, spirituelle und kulturelle Gebräuche spielen eine entscheidende Rolle, zum Beispiel die Islam übliche Verschleierung, das Schamanengewand mit tierischem Symbolgehalt oder auch eine Bekleidung, die einer bestimmten Lebensphase entspricht. Es wird deutlich, dass die menschliche Kleidung lange Zeit eng mit der jeweiligen spezifischen Lebensform verknüpft war.
Mittelalter
Früher, zum Beispiel im Mittelalter den Königen und Kaisern vorbehalten, prunkvolle Kleidung zu tragen. Das gemeine Volk trug meist einfache, grobe Stoffe, wie Leinen. Die Hofdamen trugen im Rokoko Korsetts, Mieder und lange Röcke bzw. Kleider mit Borten, Schleifen und Perlen. Jahrtausendelang durften Frauen keine Hosen tragen – heute eine Selbstverständlichkeit. In den goldenen 20ern Jahren des letzten Jahrhunderts waren Fransenkleider und Federn modern.
Postmoderne
In unserer Postmoderne darf sich jeder kleiden wie er möchte, nach Lust und Laune. Textilien und Tücher sind oft qualitativ hochwertig und doch für jedermann erschwinglich. Hiphop-Mode, Streetstyle, Grunge-Look – erlaubt ist was gefällt. Die Haute Couture bleibt allerdings oft den Reichen und Schönen vorbehalten, die sich gern mit Prada, Gucci oder Versace schmücken. Auf den roten Teppichen wandeln Stars und Starlets in den Roben der Edeldesigner. Aber auch Otto Normalverbraucher leistet sich ab und zu ein kostspieligeres Accessoire der High-End-Fashion.
Viele wollen einfach nur bequeme, weiche und schicke Klamotten. Je individueller jemand ist, desto deutlicher drückt er dies meist auch durch seinen Kleidungsstil aus. Marken sind nicht immer das Wichtigste. Es kommt nicht darauf an, was man trägt sondern wie man es trägt.
Foto Stoffe: © ThorstenSchmitt – Fotolia.com
Foto haute couture: © maxtom71 – Fotolia.com
